Paul Dubotzki – Abenteurer, Fotograph hinter Stacheldraht

Am Freitag, den 7. September wird in Dorfen im Sparkassensaal eine Ausstellung eröffnet über das Leben und Werk von Paul Dubotzki aus Dorfen. Dort sind sensationelle Fotos zu sehen, die Paul Dubotzki aus australischen Internierungslagern während des ersten Weltkrieges mit nach Hause brachte. Gezeigt wird auch sein Werk als Fotograf und Maler, mit dem er seine Heimat Dorfen in ihrer früheren Schönheit dokumentierte.

Eröffnet wird die Ausstellung am 7. September 2012 um 20.00 Uhr und ist dann am 8. und 9. September und am 15. und 16. September im Sparkassensaal in Dorfen jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr zu sehen.  

Paul Dubotzki (1891 – 1969)

Paul Dubotzki wurde 1891 in Ingolstadt als Sohn des Oberbahnmeisters Paul Dubotzki und dessen Ehefrau Auguste geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte es das Handwerk eines Fotografen in Passau. Nach Abschluss der Lehrzeit war er in Lengries und Baden-Baden tätig. 1912 oder 1913 reiste er mit einer Südostasienexpedition in die Südsee. Dort wurde er in Deutsch-Neuguinea vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überrascht. Er konnte sich nach Adelaide in Australien absetzen, wurde aber dort als „Feindlicher Ausländer“ festgenommen und in ein Internierungslager gesteckt. Es dauerte einige Zeit, bis seine Eltern, die seit 1916 in Dorfen wohnten, über seinen Aufenthalt Bescheid wussten. In Australien war er in den Lagern Torrens Island, Holsworthy-Liverpool, Trial Bay und wieder Holsworthy-Liverpool interniert. Überall hatte er seine Kamera dabei und machte interessante und gekonnte Fotos von seiner Reise und seinem Aufenthalt in den Lagern. Diese sind nicht nur Fotos von hoher Qualität und künstlerischem Rang, sie sind auch wertvolle Geschichtsdokument über dieses Kapitel deutsch-australischer Geschichte.

Nach einer stürmischen Heimreise, auf der noch 22 Gefangene der Spanischen Grippe zum Opfer fielen, kam er  im Juli 1919 nach Dorfen, wo seine Eltern wohnten. Dort eröffnete er ein Fotogeschäft mit Filiale in Erding. Er heiratete 1921 die Buchdruckereibesitzerstochter Maria März. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Sohn Paul wurde später in Russland vermisst, die Töchter Isolde und Sieglinde erlernten ebenfalls das Fotografenhandwerk. 1931 erwarb er ein Haus am Rathausplatz neben dem Anwesen seiner Schwiegereltern und betrieb nun dort sein Fotogeschäft. Gestorben ist er 1969 in Dorfen und er liegt auf den städtischen Friedhof begraben. Seine Tochter Sieglinde führte das Fotogeschäft weiter.

In Dorfen erwarb es sich große Anerkennung als Schauspieler und Regisseur bei Theateraufführungen, als Entdecker alter Fotos und als meisterlicher Fotograf.

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