Ein Dorfener auf der Titanic,

Eine Ausstellung des Historischen Kreises Dorfen in Zusammenarbeit mit der Pfarrei Maria Dorfen

Vor 100 Jahren, genau am 15 April 1912 geschah ein furchtbares Unglück. Das neu gebaute Luxusschiff Titanic, damals das größte Schiff der Welt, kollidierte auf seiner Jungfernfahrt vor Neufundland mit einem Eisberg. Es wurde der Länge nach aufgeschlitzt und sank nach zweieinhalb Stunden, obwohl es als unsinkbar galt. 1500 Passagiere verloren ihr Leben und nur 711 wurden gerettet.

Unter den Opfern befand sich auch der Benediktinerpater Joseph Peruschitz, der aus Dorfen stammte. Pater Peruschitz war Mönch in der Abtei Scheyern und sollte in Minnesota in den USA beim Aufbau eines Benediktiner-Gymnasiums helfen. Augenzeugen berichten, dass sich Pater Peruschitz, zusammen mit zwei anderen Priestern, beim Untergang des Schiffes als wahrer Held erwiesen hatte. Er half Frauen und ‚Kindern in die Rettungsboote und  obwohl man ihm einen Platz in einem Rettungsboot anbot, blieb er bei den Opfern der Katastrophe auf dem sinkenden Schiff, betete mit ihnen, segnete sie und bereitete sie auf den nahenden Tod vor.

Zur Erinnerung an dieses Unglück vor 100 Jahren und den tapferen Sohn Dorfens, präsentierten der Historische Kreis Dorfen  und die Pfarrei Maria Dorfen für den Zeitraum vom 13. April bis 29. April 2012 eine Umfangreiche Ausstellung im kath. Pfarrheim von Dorfen. Geleitet wurde der Aufbau von Dorfens Pfarrmesner Herbert Moser, der viele freiwillige Helfer zum Aufbau motivierte. Hans Wimmer aus Dorfen trug sein umfangreiches Fachwissen und manches Erinnerungsstück dazu bei. Er hatte sich schon seit Jahren mit der Familie und dem Leben von Pater Peruschitz befasst und ebenso mit den Umständen des Untergangs der Titanic und dazu umfangreiches Material gesammelt. Dieses Wissen vermittelte er auch am 15. April in einem Lichtbildervortrag im Pfarrheim einer interessierten Zuhörerschaft. Am 20 April fand am Familiengrab der Familie Peruschitz eine Gedenkfeier statt und im anschließenden feierlichen und anrührenden Gottesdienst gedachten die Gläubigen mit Pfarrer Johann Eschbaumer der Opfer der Schiffskatastrophe und besonders des Paters Peruschitz.

 

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Bericht über die diesjährige Weitwanderung

Dorfen – Von Schwindegg nach Dorfen durch das Untere Goldachtal führte Schorsch Bauer vom Historischen Kreis Dorfen jetzt wiederum eine Münchner Weitwandergruppe zusammen mit zahlreichen Wanderfreunden aus Dorfen. In Schwindegg per Bahn angekommen warf man zunächst einen Blick auf das dortige Wasserschloss, dessen reiche Historie der Vorsitzende des Dorfener Vereins Karl Engelmann im Zeitraffer erläuterte. Die über 30 Excursionsteilnehmer nahmen Kurs auf die ehrwürdigen Kirchen von Reibersdorf und Rottenbuch. Die Gotteshäuser sind nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnet und so kam die Wanderguppe in den Genuss der ansehnlichen Innenarchitektur mit ihren sakralen Kostbarkeiten unter anderen der Rokokoaltäre, der Gewölbe, der  Heiligen-Figuren, Fresken und Schnitzerein, die Karl Engelmann ausführlich erläuterte. Besonders erfreuten sich die Teilnehmer dieser neunten Erlebnis- und Kulturwanderung der reizvollen Fohlen beim Mesnerhof in Rottenbuch, ehe sie sich auf den Weiterweg nach Loh machten. Dort erläuterte Brauereichef Nik Lohmeier die Geschichte der Privatbrauerei (seit 1928) den Produktionsablauf sowie das Konzept seines Betriebes mit sechs Mitarbeitern und verschiedenen Bier- und Limonadensorten. Seit 40 Jahren zeichne er selbst für jeden Sud verantwortlich, verriet Lohmeier. Tochter und Braumeisterin Barbara Lohmeier-Opper führte durch die modernen Lager- und Abfüllanlagen der stattlichen Brauerei, die mttlerweile vom Ausstoß her längst nicht mehr das Schlusslicht vergleichbarer heimischer Brauereinen ist. Natürlich wurde das süffige Bier bei einer stärkenden Einkehr beim „Wirt z`Loh“ verkostet. Über den Höhenrücken bei Rumberg und einem wehmütigen Blick auf das reizvolle Goldachtal, das künftig von der Trasse der A 94 durchquert wird, zog die Wanderguppe weiter zum Hönning. Auf dieser Anhöhe erläuterte Engelmann den längst archäologisch erfassten Stützpunkt und berichtete von den in den letzten Jahren zu Tage geförderten Funden.    Br

Die Ausstellung kann ab sofort an jedem Markttag, also schon ab 10. Juni,  im Heimatmuseum besichtigt werden.

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Heimatgeschichtliche Wanderung des Historischen Kreises Dorfen

geführt von Karl Engelmann

Rund 40 heimat- und geschichtsinterssierte Wanderer machten sich bei herrlichem Frühjahrswetter vom 481 m über NN gelegenen Dorfener Ortsteil Eibach auf, um bei der informativen Rundtour Wissenswertes über die reiche Vergangenheit dieser Gegend zu erfahren. Da gibt es den Hochrain, einen unmittelbar im Norden an den Ort angrenzenden Hang, auf dessen Südseite bis zum 30-jährigen Krieg Wein angebaut wurde. Von dem Flurstück Birkacker 518 m ü.NN. nahe dem Dorf Herrnöd, einer der höchsten Erhebungen der Region, reicht der Blick weit in alle vier Himmelsrichtungen. Hier beim Gittermast der 380 KV Leitung stand einst eine Zwingburg des Grafen von Kling. Dafür spricht schon die geografische Lage mit dem strategisch wichtigen Blickkontakten zu weiteren Burgställen im oberen Vilstal, nach Kopfsburg, Staffing und hinunter in das mittlere und obere Isental.

Ab dem Beginn des Hohen Mittelalters hatten die Wasserburger hier Besitz vom Kloster Ebersberg abgezweigt, wie Engelmann erklärte. Angesichts des Kirchturms von Frauenvils verlas er einen bisher kaum bekannten Text von Pfarrer Gammel, der den Burgcharakter dieses Ortes treffend beschrieb. Weiter führte die Wanderung über Taubenthal und Mannseich nach Süden zur Nikolauskirche von Staffing. Dort sind an der Innenseite des Kirchturm noch die Späh- und Lichtscharten zu erkennen, was unschwer auf den Turm ein einstigen Burganlage schließen lässt.

Letzter Excursionspunkt war das alte Schulhaus in Eibach, das 1882 an der Stelle der ehemaligen Georgskirche errichtet war. Die deutlich sichtbare Motte kündet davon, dass der Vergängerbau eine Burg gewesen sein muss, zu welcher der Zugang im Osten durch einen Turm geschützt war. „Stünde das Gotteshaus noch, besäße Eibach als einziger Ort im ganzen Landkreis eine Chroturmkirche“, betonte Engelmann. In seinen detaillierten Ausführungen verwies er auf weitere Geschlechter und deren verwandtschaftlichen Querverbindungen u.a. auf die Dießen-Andechser, deren Ministeriale die Schäffholtinger waren, auf die Wittelsbacher und deren Vasallen auf der Kopfsburg sowie auf die Seibertinger und die zahlreichen geistlichen Herrschaften, die im Mittelalter ihre Besitzungen im fruchtbaren Bauernland dieser Gegend hatten.

Georg Brennauer

Nahe Herrnöd, nördlich von Eibach, stand einst eine Burg, wie Karl Engelmann den Wanderern erläuterte. Auf dem Flurstück Birckacker bei Herrnöd vermutet Karl Engelmann die Überreste der Burg.

Auf Eibacher Fluren bei Staffing- informierte Karl Engelmann über die reiche Geschichte der Gegend.

 

Dorfen – Dass die Ungarneinfälle bis zur Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 eine große Gefahr darstellen, beweisen die Ringwälle in unserer Gegend, die in mühsamer Arbeit von den Bewohnern erstellt worden sind. Einer findet sich im Burgholz bei Geierseck, einer im Bugholz bei Vocking. Besser hatten es die Grafen in ihren mächtigen Burgen. Die Aribonen wehrten sich auf der Baumburg im Alztal, die Grafen von Sempt in Ebersberg und die Andechser auf der Schönburg bei Dießen am Ammersee. Als die Notzeit vorüber war, konnten sie ihren Einfluss weithin ausdehnen.

Dieses Herrschaftsgefüge geriet jedoch durcheinander, nachdem 1045 die Isengaugrafen ausgestorben waren.. Der Abt von Ebersberg als Erbe der Grafen setzte zunächst Walther von Wasserburg-Kling als Vogt ein.
Dieser brachte jedoch bald viele Klostergüter unter seine Fuchtel, wie Karl Engelmann als 1. Vorsitzender des Historischen Kreises Dorfen bei der jüngsten Exkursion aufzeigte.

 

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Bei den Perlen des Rokoko

Für Sonntag den 2.Oktober lud der Historische Kreis Dorfen zu einer kunsthistorischen Fahrt ein. Man besuchte die drei wunderschönen Kirchen von Hörgersdorf, Eschlbach und Oppolding. Geführt wurde von Franz Streibl und Anlass für diese Fahrt war der 300. Geburtstag des Dorfener Stuckateurs Anton Pader, dem die extravaganten Stuckarbeiten in den drei Kirchen zugeschrieben werden. Karl Engelmann, der 1. Vorsitzende des Historischen Kreises, war überrascht von über 60 Teilnehmern aus dem gesamten Landkreis Erding. Aber es gab auch viel zu sehen in den Kirchen. In allen drei Kirchen war der Dorfener Altarschreiner Mattias Fackler tätig mit prachtvollen Arbeiten, die noch ergänzt wurden von Schnitzarbeiten des bekannten Bildhauers Christian Jorhan. Die Marmorierer  Andreas und Franz Zellner waren ebenfalls in den Kirchen tätig und überraschten besonders in Oppolding die Kunstfreunde durch ihre feinen, in ihre Marmorierungen eingearbeiteten Zeichnungen. Vielfach amüsiert und in Staunen versetzt wurden die Teilnehmer von den Arbeiten des Stuckateurs Anton Pader, der in allen drei Kirchen prachtvollen Stuck geschaffen hatte und mit originellen Einfällen in seinen Arbeiten die Kunstfreunde überraschte. Eine kleine Wanderung durch das Kohlhölzl bei strahlenden Herbstwetter und eine deftige Brotzeit beim Wirt in Hörgersberg sorgten dafür, dass der Nachmittag des Erntedanksonntags zu einem unvergesslichem Erlebnis wurde. Herzlicher Dank gebührt auch den Mesnern und Betreuern der einzelnen Kirchen, welche ihre geschmückten Gotteshäuser gerne den Besuchern aufschlossen.

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Späte Ehre für einen Dorfener in Australien

Späte Ehre für einen Dorfener in Australien

Zur Zeit (7. Mai bis 11. September 2011) findet in Sydney in Australien eine Ausstellung statt, die sich mit den Internierungslagern für Deutsche und Österreicher in Australien zur Zeit des ersten Weltkrieges befasst. Möglich wurde diese Ausstellung nur, weil sich in Dorfen bei den Familien Lipp und Kamper eine große Anzahl von Fotos erhalten haben, die Paul Dubotzki in der Zeit des Ersten Weltkrieges in diesen Lagern gemacht hatte.

Aber wie kam es dazu? Im Nationalpark New South Wales im ehemaligen Gefängnis und Internierungslager fand man einige Fotos von großer Qualität die signiert waren mit dem Namen Paul Dubotzki aus Dorfen. Die deutschstämmige Theaterwissenschaftlerin Nadine Helmi machte sich auf die Suche und kam bald auf Franz Streibl, Mitglied im Historischen Kreis von Dorfen. Der wusste, dass Frau Isolde Lipp und Frau Sieglinde Kamper Töchter von Paul Dubotzki sind. Dort entdeckte er einen Schatz an Bildern aus der Zeit der Gefangenschaft. Diese digitalisierte er mit Hilfe von Norbert Präbst und schickte sie nach Sydney. Dort war man so begeistert über das Material, dass Nadine Helmi das Kuratorium des Museums of Sydney überzeugen konnte, eine Ausstellung zum Thema der Internierungslager in Australien zur Zeit des Ersten Weltkrieges zu machen.

Aber wie kam es zu diesen Fotos aus den Lagern in Australien?

Paul Dubotzki wurde 1891 als Sohn eines Bahnbeamten in Ingolstadt geboren. Die Familie zog aber bald nach Dorfen. Dubotzki erlernte das Handwerk eines Fotografen und begleitete 1913 eine deutsche Expedition nach Südostasien. Stationen waren der Suezkanal, Indien, Indonesien, China und Japan.

Hier fotografierte Dubotzki eine Schleuse am Suezkanal


Dieses Foto mit chinesischen Dschunken entstand in einem Hafen des fernen Ostens.


Als Dubotzki in Deutsch-Neuguinea war, brach der Erste Weltkrieg aus. Die Fotos, die er dort machte, sind wohl die einzigen von diesen Ereignissen in Neuguinea

Kurz vor Kriegsausbruch fotografierte Dubotzki noch diese Urwaldgrazien, die recht skeptisch in seine Kamera schauen

Die wenigen Deutschen in Neuguinea bewaffnen sich, um gegen Briten und Australier zu kämpfen.


Auf unbekannten Wegen gelang es Dubotzki nach Australien zu entkommen. Aber 1915 wurde er dort verhaftet und in das Internierungslager Torrens Island gebracht. Das Lager war auf einer Insel in der Bucht von Adelaide. Dort waren die Bedingungen sehr schlecht. Die Internierten waren in Zelten untergebracht und wurden von Regen, Sturm und Hochwasser geplagt. Noch mehr setzten ihnen die Schikanen der Wachmannschaften zu. Erst als die Lagerleitung wechselte, wurden die Verhältnisse besser und schon bald kamen die Internierten in das große Lager Holswothy bei Liverpool in der Nähe von Sydney. Die Internierten setzten sich aus verschiedenen Gruppen von Deutschen und Österreichern zusammen. Das waren einmal die Besatzungen von Schiffen, die sich in den Gewässern von Ostasien befanden und gefangen wurden. Dazu kamen noch deutsche Kolonialbeamte aus den deutschen Kolonien und deutsche Kaufleute aus dieser Region. Einen großen Teil der Internierten machten die deutschen Auswanderer aus, die sich in Australien niedergelassen hatten. Denen nützte es auch nichts, dass sie eingebürgert waren, sie wurden als „enemy aliens“ von ihren Familien getrennt und in die Lager gesteckt. Es kam zu so absurden Situationen, dass der Vater als Einwanderer in ein Internierungslager gesteckt wurde und die Söhne mussten als geborenen Australier in Europa gegen die Deutschen kämpfen. Das war alles eine Folge der damaligen Politik in Australien, die Angst vor einer zu starken Einwanderung aus Deutschland hatte und Australien rein „britisch“ halten wollte. Dubotzki kam als erste Station in das Lager Torrens Island, einer Insel in der Bucht von Adelaide. Die Verhältnisse dort waren schlecht und das Verhältnis zur Mannschaft der Wachesoldaten schlecht. Es wurde erst besser, als die Lagerleitung ausgewechselt wurde.

Auf die Rückseite dieses Bildes schreibt Dubotzk grimmig: „Dieser Hund wurde meistens angestellt um das Bajonett in die Weichteile der Deutschen zu setzen.“

Das Lager Torrens Island war ein Zeltlager.

Wieder wird ein neuer Gefangener (in Zivil) ins Lager gebracht.


Schon bald ging die Zeit in Torrens Island zu Ende. Alle Internierten in Australien wurden in drei Lager im Bundesstaat New South Wales gebracht. Dubotzki kam nach Holswothy im Busch bei Liverpool in der Nähe von Sydney. Dort waren bis zu 4500 Gefangene, die unter der Öde im Busch, Kälte, Staub und Regengüssen litten. Zu seinem Glück kam Dubotzki gleich weiter in das Lager Trial Bay, einem ehemaligen Gefängnis an der Tasmanischen See nördlich von Sydney. Dort waren nur 500 Gefangene, meist aus besseren Kreisen stammend. Diese gestalteten in den nächsten Jahren ein faszinierendes Lagerleben mit viel Sport, Geselligkeit und Kultur. Es gab mehrere Sportvereine, eine Lageruniversität, eine Seemannsschule, eine Malschule, ein Lagerorchester, ein Lagertheater, Gaststätten, Handwerksbetriebe und eine Lagerzeitung.. Das Lagertheater führte ein große Anzahl von Stücken auf. Darunter waren zeitgenössische Lustspiele genau so wie ernsthafte Stücke früherer Zeiten. Das ganze Lagerleben hat Dubotzki in meisterhaften Fotos festgehalten. Neben diesen beiden Lagern gab es noch ein weiteres Lager im Gefängnis der Stadt Berrima. Dort waren hauptsächlich die Offiziere der deutschen Schiffe untergebracht, die in der Südsee von Australiern oder Engländern gefangen worden waren.

Alles was die Gefangenen in Trial Bay gebastelt hatten, wurde in großen Lagerausstellungen gezeigt. Auf dem Bild sind auch Fotos zu sehen, die Dubotzki aufgenommen hatte.


Auf der Krankenstation behandelte Dr. Max Herz die Gefangenen. Er war vor seiner Internierung ein erfolgreicher und fortschrittlicher Orthopäde in Australien gewesen.


Auf dem Bild bieten zwei Uhrmacher ihre Dienste an.


Diese Kiste mit feinen Intarsien wurde von einem Schreiner in Trial Bay hergestellt. Allerdings dienen zur Verzierung nicht florale oder geometrische Muster sondern Stacheldraht.


Besonders das Theater im Lager war für Dubotzki Anlass, sich dort als Darsteller zu betätigen und die schönsten Szenen mit seiner Kamera festzuhalten. Bewundernswert sind die Kulissen und ganz besonders die Kostüme, die mit unendlich viel Fleiß aber auch großem Können geschaffen wurden. Mit sehr viel Liebe wurden besonders die Männer ausgestattet, die Frauenrollen zu spielen hatten. Hier entstanden liebliche oder verführerische Gestalten, allerdings meist mit harten, männlichen Gesichtszügen. Die Illusion war jedenfalls so gut, dass die „Damen“ sogar „Fanpost“ bekamen. Aber auch die männliche Schönheit kam nicht zu kurz. In Kraftsportvereinen wurde eine Art von „Bodybuilding“ getrieben und deren Ergebnisse von Dubotzki festgehalten. Der Sport kam auch nicht zu kurz und es wurden sogar richtige Turnfeste mit sportlichen Wettbewerben veranstaltet.

Hier spielt das Lagerorchester anlässlich einer Ausstellungseröffnung.


Dieses Bild zeigt einen Blick in das Theatergebäude von Trial Bay, das von den Gefangenen errichtet wurde.

Ein Kavalier (Dr. Max Herz) eingerahmt von zwei Schönheiten.

Ein prächtig kostümiertes Paar aus der Zeit Friedrichs II.



Diese Herrenreiterin mit Reitpeitsche mochte manchem Gefangenen den Kopf verdreht haben.

Dieser „Bodybuilder“ hätte sicherlich den Frauen sehr imponiert, nur waren leider keine im Lager.

Die Gefangenen erhielten für ihre Arbeiten im Lager etwas Lohn ausbezahlt, der das ganze Wirtschaftsleben im Lager im Gang hielt. Zusätzlich konnte man sich noch Geld verdienen, wenn man zu Holzfällarbeiten oder Straßenbauarbeiten in den Busch ging.

Die beeindruckenden Bilder vom Lagerleben mit den vielen Tätigkeiten der Gefangenen und ihrer hohen Kultur dürfen natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass das alles Mittel waren um das trostlose Leben erträglicher zu gestalten. Die Internierten waren aus ihren Familien oder ihren Tätigkeiten herausgerissen und auf nicht absehbare Zeit in ein Lager gesteckt worden. Heimweh, Frustration und Depressionen waren die Folge, was zu Aggressionen oder sogar zu Selbstmorden führte. Besonders wütend waren die Gefangenen in Trial Bay, als 1918 ein Gerücht auftauchte, ein deutscher Hilfskreuzer würde von der Küste lauern und die Gefangenen befreien wollen. Die australische Regierung reagierte panisch und verlegte die Insassen von Trial Bay nach dem großen Lager Holsworthy bei Liverpool Sydney. Alles was sich die Gefangenen aufgebaut hatten, mussten sie verlassen. Wütend darüber zündeten sie ihre Holzbauten am Strand an und hinterließen ein Chaos. Nur die massiven Gebäude des Gefängnisses überstanden ihren Wutausbruch. In einem gesonderten Lager in Holsworthy hielten die Internierten dann aus bis zum Ende des Krieges im November 1918. Aber erst im Laufe des Jahres 1919 begann der Rücktransport in die Heimat. Den hatten sich die Gefangenen auch anders vorgestellt, denn es ging zurück in ein besiegtes und von Revolutionen erschüttertes Deutschland. Doch selbst die Heimreise sollte noch großes Leid bringen. Die Mehrzahl der Gefangenen reiste auf dem alten Dampfer Kursk zurück und schon bald brach auf dem Schiff die gefürchtete „Spanische Grippe“ aus. Über zwanzig Heimkehrer vielen auf der Heimreise der tückischen Krankheit zum Opfer und andere kamen geschwächt und deprimiert in der Heimat an. In Australien durfte fast niemand bleiben, selbst wenn er schon lange dort Staatsbürger gewesen war.

Wütend brannten die Gefangenen alles nieder, was sie sich an Strand von Trial Bay aufgebaut hatten.

Erschüttert stehen die Heimkehrer um den Sarg eines Grippeopfers, der gleich der See übergeben wird. Viele haben zu diesem Anlass ihre Uniformen angezogen.


Begleitend zur Ausstellung haben die Theaterwissenschaftlerin Nadine Helmi und der Professor für Germanistik an der Universität von New South Wales, Gerhard Fische, ein Buch in englischer Sprache herausgegeben, das sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und viele Bilder enthält, die meisten von Paul Dubotzki. Die beiden hatten 2007 erstmals Bilder von Paul Dubotzki in Australien entdeckt und gleich deren hohe Qualität und historische Bedeutung erkannt. Sie kamen in Kontakt mit Franz Streibl aus Dorfen, der bei den Töchtern von Paul Dubotzki eine große Anzahl der Bilder entdeckte und diese nach Australien schickte. Dadurch wurden sie in der Überzeugung bestärkt, dass mit diesem Material eine Ausstellung über die Internierungslager in Australien während des ersten Weltkrieges gestaltet werden könne. Sie konnten die Leitung des Museum of Sydney davon überzeugen und so kam es dann auch zur Ausstellung, die später auch einmal in Deutschland gezeigt werden könnte, falls daran Interesse besteht. Zu bestellen ist das Begleitbuch auch bei der Dorfener Buchhandlung unter ISBN: 9 781 74223 264 5

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Zu den Perlen des Rokoko im Erdinger Land

Am Sonntag den 2. Oktober besucht der Historische Kreis Dorfen die drei Kirchen von Hörgersdorf, Eschelbach und Oppolding. Anlass für diese Fahrt ist der 300. Geburtstag von Anton Pader aus Dorfen, dem die extravaganten Stuckaturen in den Kirchen zugeschrieben werden. Diese drei Kirchen sind wahre Perlen des Rokoko in denen neben Pader auch die Spitzenkünstler Matthias Fackler, Georg und Franz Zellner sowie Christian Jorhan tätig waren. Geführt wird in den Kirchen von Franz Streibl und ein einmaliger Kunstgenuss ist garantiert. Zwischen den Kirchenbesuchen sind noch kleine Wanderungen durch die schöne Gegend des Erdinger Holzlandes vorgesehen.

Geplant ist folgender Ablauf: Abfahrt um 13.00 Uhr am Volksfestplatz in Dorfen mit einem Bus (Unkostenbeitrag 7,00 €), Besichtigung der Kirche in Hörgersdorf, Weiterfahrt nach Hörgersberg und von dort Wanderung durch das Kohlholz nach Eschelbach, Besichtigung der ehemaligen Pfarrkirche Eschelbach, Wanderung nach Oppolding und Besichtigung der dortigen Kirche, Rückfahrt mit dem Bus nach Hörgersberg und nach einer zünftigen Brotzeit Rückfahrt nach Dorfen, ca. 18.30 Uhr.

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Der Historische Kreis unterwegs im Chiemgau

Am Samstag den 29. Juli 2011 begab sich der Historische Kreis Dorfen auf große Fahrt.

2.Vorsitzender Hermann Simmerl hatte zusammen mit seiner Frau Betty ein hochinteressantes Programm zusammengestellt und vortrefflich geführt.

Die Fahrt ging von Dorfen über Wasserburg nach Steinrab vor Truchtlaching. Dort gab es die Rekonstruktion eines Hügelgrabes aus der Hallstattzeit zu bewundern und Hermann Simmerl informierte die Reisegesellschaft über den Aufbau des Grabes, die Beigaben  und die Zeit, in der solche Gräber angelegt wurden. Gleich nebenan war ein echter, leider bereits beraubter Grabhügel zu sehen. Anschließend ging die Fahrt weiter nach Stöfffing, wo der Nachbau eines keltischen Gehöfts zu sehen war. Dort waren Häuser mit verschiedenen Wänden und Dächern zu sehen, wie sie zur Zeit der Kelten gebaut wurden. Auf Grund einer ähnlichen Besiedlung dürften solche Gehöfte auch in unserer Gegend gestanden haben. Am Ortseingang von Seebruck wurde kurz am dortigen Römerfriedhof Station gemacht  und Hermann Simmerl informierte über das Bestattungswesen der Römer. Nach einem schmackhaften Mittagessen in den Ludwig-Thoma-Stuben in Seebruck kam man zum Höhepunkt des Tages, dem Römermuseum Bedaium mitten in Seebruck. Dort reichten die Exponate von der Jungsteinzeit über Kelten und Römer bis zum frühen Mittelalter. Die Führung durch eine Mitarbeiterin des Museums war sehr informativ und sachkundig. Sie stieß auf reges Interesse der Fahrtteilnehmer. Letzte Station der Fahrt war das rekonstruierte Grab eines bajuwarischen Kriegers bei Ischl am Ufer der Alz. Hier verwies Hermann Simmerl auch auf ähnliche Grabstätten in der näheren Umgebung von Dorfen, die vor kurzer Zeit gefunden wurden. Nach einer letzten Stärkung und der Besichtigung der Klosterkirchen in Seon kam man pünktlich wieder in Dorfen an und alle Teilnehmer waren begeistert über das, was man gesehen hatte und die perfekte Leitung durch Hermann Simmerl.

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Sonderausstellung im Dorfener Heimatmuseum

Am Sonntag, den 17. 07.2011 stellte Wolfgang Lanzinger im Dorfener Pfarrheim alte Dias vor, die den Werdegang der Rekonstruktion des Asamaltares in der Dorfener Pfarrkirche vor 40 Jahren aufzeigten. Der Vortrag war als Benefizveranstaltung gedacht, um die gegenwärtige Renovierung der Pfarrkirche zu unterstützen. Tatsächlich wurden auch 515,65 € gespendet.

Jetzt wird dazu eine Sonderausstellung im Dorfener Heimatmuseum präsentiert und ist erstmals am Marktsonntag, den 31. 07. 2011 zu sehen. Das Museum ist von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und  die Ausstellung kann zu den gleichen Zeiten an den weiteren Marktsonntagen des Jahres besichtigt werden.

Zu sehen sind Aufnahmen, welche die Entstehung des Altares in den verschiedenen Arbeitsschritten zeigen, von der Planung bis zur Fertigstellung und von der feierlichen Altarweihe durch Julius Kardinal Döpfner. Gewürdigt wird dabei besonders die Persönlichkeit des damaligen Stadtpfarrers von Maria Dorfen, Hermann Eigner. Er war die treibende Kraft für die Renovierung der Pfarrkirche und aller anderen Kirchen in der Pfarrei. Eigner war von 1962 bis zu seinem Tode 1986 Stadtpfarrer in Dorfen und wurde vor 60 Jahren am 29. Juni zusammen mit Joseph Ratzinger, dem jetzigen Papst Benedikt XVI. im Dom zu Freising zum Priester geweiht.

Zusätzlich sind noch historische Fotos der Pfarrkirche von der Renovierung zu sehen und Ausstellungsstücke zur Geschichte der Dorfener Wallfahrt.

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Das ehemalige Schloss Zeilhofen


Am Montag den 18. April 2011 wurde vom Historischen Kreis Dorfen in der Nähe des Standortes des ehemaligen Schlosses Zeilhofen eine Informationstafel aufgestellt. Anschließend erfolgte im Gasthof Mairot ein umfangreicher Lichtbildvortrag von Jörg Berner über die bewegte Geschichte Zeilhofens.

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Enthüllung der Informationstafel

Kurzfassung der Chronik des Adelssitzes Zeilhofen

1298-1315 wird ein Siegfried Zeilhofer zu Zeilhofen erstmals genannt.

1324-1340 wird ein Eberhard Zeilhofer und ein Peter Zeilhofer als Landrichter in Dorfen genannt.

1370 Eberhard und Katharina Truchtlinger zu Truchtlingen verkaufen den Hof Hochmutingen (Hoamating) bei dem Zeilhof an den Domherrn Konrad Schauch in Freising.

1420 Peter Zeilhofer, Sohn des o.g. Landrichters, erbaut das erste Schloss.

1625 baut Tobias von Zeilhofen († 1631), das Schloss neu auf.

1632 heiratet seine Witwe den Erdinger Pflegsverwalter Ulrich Pettenbeck.

1634 stirbt Ulrich Pettenbeck an der Pest. Seine Witwe vermählt sich mit Hans Sigmund

Freiherr von Puech auf Walkersaich und Thann. Die Stieftochter Maria Jakobe

Pettenbeck, mit einem Richter Asch verheiratet, erbt Zeilhofen. Nach ihrem Tode wird

Zeilhofen Eigentum des Klosters Seligenthal.

1663 verkauft das Kloster Seligenthal das Schloss Zeilhofen an Albrecht von Closen.

1664 erwirbt der Münchner Handelsmann Georg Gugler das Schloss Zeilhofen.

1665 errichtet Georg Gugler (1698 Reichsfreiherr) die Kirche St. Antonius in Zeilhofen

1715 wird Schloss Zeilhofen wegen Überschuldung an Bischof Eckher von Freising übergeben,

der ein Jahr darauf das nahe Franziskanerkloster errichten lässt.

1802 Im Zuge der Säkularisation werden Schloss und Kloster aufgelöst.

1962 erhält Zeilhofen das Wappen der Edlen von Zeilhofen als Gemeindewappen.

1978 erfolgt die Eingemeindung in die Großgemeinde Dorfen.

Wappen von Adelsgeschlechtern auf Schloss Zeilhofen

Wappen von Adelsgeschlechtern auf Schloss Zeilhofen

Ansicht des Schlosses Zeilhofen um 1700

Ansicht des Schlosses Zeilhofen um 1700

Heute steht ein Wohnhaus auf dessen Fundamenten

Heute steht ein Wohnhaus auf dessen Fundamenten

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Historischer Kreis informierte über jüngere Heimatgeschichte

Am Sonntag, den 20.03.2011 fuhren knapp 30 interessierte Dorfener auf Einladung des Historischen Kreises Dorfen in den Mühldorfer Hart bei Ampfing. Dort besichtigten sie die Überreste eines Flugzeugwerkes, in dem unter meterdicken Bogensegmenten in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges Teile des Düsenjägers M 262 hergestellt werden sollten. Auch wenn das Werk nicht fertig gestellt werden konnte und der größte Teil in der Nachkriegszeit gesprengt wurde, beeindruckten die gigantischen Überreste alle Teilnehmer der Exkursion. Beeindruckt waren die Teilnehmer aber auch von dem tiefen menschlichen Elend, das mit diesen Bauten verbunden war. Mussten doch KZ Häftlinge, meistens Juden aus Ungarn, unter unmenschlichen Bedingungen diese gewaltigen Bauten errichten. Etwa 4000 Häftlinge fielen den Baumaßnahmen zum Opfer und ihr Tod war durchaus gewollt als ein Teil der Vernichtung der Juden Europas, in diesem Falle durch Arbeit unter schwersten Bedingungen. Das ganze Elend der Häftlinge wurde erkennbar bei der Besichtigung des so genannten „Waldlagers 5/6“. Dort waren die Häftlinge, auch im Winter 1944/45, in primitiven Erdhütten untergebracht mit unzureichender Kleidung und bei ständigem Hunger.

Dieses Mahnmahl ganz in unserer Nähe, welches an eine schreckliche Zeit erinnert, ist leider viel zu wenig bekannt und wird nur selten besucht. Umso verdienstvoller ist die Initiative von Ludwig Jell, dem Kassenverwalter des Historischen Kreises Dorfen, der diese Fahrt organisiert hatte. Ergänzt wurde er durch die hervorragende und sehr sachkundige Führung von Herrn Heinrich Baumert vom Verein „Für das Erinnern – KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart“. Dieser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, auf dem Gelände Mahnmale zu errichten und Führungen (über das Kreisbildungswerk Mühldorf) durchzuführen, die an die vielen Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen.

Gewaltig sind immer noch die Überreste der Bunker, in denen Teile des Düsenjägers M 262 hergestellt werden sollten (gesprengtes Bogensegment 1).

Schrecklich waren aber auch die Bedingungen, unter denen diese Bauwerke von KZ- Häftlingen errichtet wurden (Reste der Erdhütten im Waldlager 5/6).

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