Ein neuer Raum im Heimatmuseum von Dorfen

Das Heimatmuseum von Dorfen wurde wieder um einen neuen Raum erweitert. Dort werden Funde aus der Vor- und Frühgeschichte ausgestellt.

Zu sehen sind Funde aus dem Mesolithikum, der Mittelsteinzeit ca. 10 000 v. Chr. Diese stammen vom Höning, einem Höhenzug nördlich der Staatsstraße Dorfen – Schwindkirchen, südlich der Ortschaft Eppenhöning. Dieser Fundort ist der einzige Fundort aus dem Mesolithikum im ganzen Landkreis Erding. Damals ging die Eiszeit zu Ende und das Klima erwärmte sich. An Stelle von eiszeitlichen Großsäugern wurden nun Hirsche, Rehe, Hasen, Vögel und Fische erbeutet und verzehrt. Aufgefundene Spitzen oder Klingenreste bestehen aus den Steinmaterialien Spikulit und Radiolarit, Materialien, die in der nahegelegenen Goldach zu finden sind.

Mit dem Neolithikum, der Jungsteinzeit ab ca. 5500 v. Chr. hielten Ackerbau und Viehzucht bei uns Einkehr. Zu sehen sind aus dieser Zeit Funde, die von Karl Engelmann östlich von Untergebensbach gemacht wurden und der Altheimer Kultur (3900 – 3300 v. Chr.) zugeordnet werden. Darunter sind eine steinzeitliche Sichel, Geschoßspitzen und Keramik. Weitere Funde, etwa ein poliertes Steinbeil, ein Klopfstein oder Bronzezeitliche Keramik harren noch der Präsentation. Zu sehen sind auch Keramikfunde vom Unteren Markt östlich der Marktkirche, also direkt aus dem Ortszentrum Dorfens.

Im gleichen Raum werden auch Funde aus der Römerzeit ausgestellt. Die Römerstraße, die das Mutterland Italien mit dem südbayerischen Legionsstützpunkt Regensburg verband, überquerte im Gebiet von Dorfen das Isental und verlief weiter in Richtung Landshut und
Regensburg.

Auf dem Höning, einer Anhöhe südöstlich von Dorfen, wurden römische Mauersteine, Keramikreste, Schleuder- oder Schussersteine, Hüttenlehm und ein runder Reibstein gefunden. Alles Funde aus der Römerzeit, die in einer Vitrine ausgestellt werden.

Ein weiterer Höhepunkt im Ausstellungsprogramm des Museums sind Funde aus der Merowingerzeit, die bei Kirchstetten in einigen Gräbern als Grabbeigaben gefunden wurden. Diese Waffen (zwei Langsaxe, Messer) und Schmuckgegenstände (Gürtelzungen) sind gut erhalten und stammen womöglich von bewaffneten Kriegern, die den dortigen Isenübergang bewachten. Bei der Bergung der Funde waren auch Mitglieder des historischen Kreises beteiligt. Die Funde wurden fachgerecht restauriert und stellen einen Glanzpunkt unter den Exponaten des Museums dar.

Hönning Landschaft

Auf den Anhöhen südlich des Isentales über der Ortschaft Eppenhöning (rechts) befindet sich der reiche Fundplatz auf dem Höning.

Hönning römische Schleuderkugeln

Waren es Schusser oder Schleuderkugeln? Auf jeden Fall sind das römerzeitliche Funde auf dem Höning.

Römische Keramik

Diese Keramik aus der römischen Kaiserzeit wurde ebenfalls auf dem Höning gefunden.

Ein Langsax war die Standartwaffe der einfachen Krieger, die im Frühmittelalter in Bayern einwanderten und bei Kirchstetten begraben wurden.

Ein Langsax war die Standartwaffe der einfachen Krieger, die im Frühmittelalter in Bayern einwanderten und bei Kirchstetten begraben wurden.

Auch der Scheidenbeschlag und der mit Silber tauschierte Schnallenbeschlag stammen von diesem Fundort (Kirchstetten).

Auch der Scheidenbeschlag und der mit Silber tauschierte Schnallenbeschlag stammen von diesem Fundort (Kirchstetten).

vgl. oben

vgl. oben

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

 

 

 

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Erinnerungen an den 1. Weltkrieg

Vom 13. September bis 05.Oktober 2014 präsentierte der Historische Kreis Dorfen im Sparkassensaal der Sparkasse Erding Dorfen in Dorfen eine Ausstellung zum Thema 1. Weltkrieg. Bei den Vorbereitungen zu dieser Ausstellung wurden einige interessante Entdeckungen gemacht. Dabei wurde auch ein Totenbuch der Gefallenen Soldaten unserer Pfarrgemeinde wiederentdeckt, das von der Armen Schulschwester Maria Florentina aus dem Schwesternheim Dorfen zusammengestellt wurde. Für jeden gefallenen Soldaten wurde eine Seite kalligraphisch gestaltet und dessen Name, sein Wohnort, seine Einheit, sein Dienstgrad, seine Auszeichnungen, sein Todesdatum und Todesort angegeben.

Das Buch war ursprünglich nur für die Gefallenen Soldaten der „Leib-Regiments-Vereinigung Dorfen und Umgebung“ gedacht, wurde aber auf alle gefallenen Soldaten der Pfarrgemeinde erweitert. Es lag ab 1923 in der damaligen Kriegergedächtniskapelle auf und konnte von jedem Besucher eingesehen werden. Leider wurden dabei aus dem Buch einige Seiten herausgerissen, sodass nicht mehr alle Gefallenen der Pfarrei im 1. Weltkrieg dort aufgeführt sind.

Eine statistische Auswertung der noch vorhandenen Einträge wirft ein interessantes Licht auf die Schicksale der Soldaten aus Dorfen und Umgebung:

Nach dem Inhaltsverzeichnis sind 156 Soldaten aus der Pfarrei gefallen. Im Buch sind noch 134 Soldaten erfasst. Von diesen fielen im Gefecht oder wurden an der Front vermisst 114 Soldaten. Von diesen wiederum kamen 89 Soldaten in Frankreich ums Leben. In der Heimat oder im Lazarett starben 20 Soldaten, davon wieder 10 Soldaten erst nach dem Krieg an ihren Verletzungen, an Erschöpfung oder an der damals grassierenden „Spanischen Grippe“.

In Frankreich gab es drei Schwerpunkte der Gefechte und Verluste, nämlich das Elsass, die Kämpfe um Verdun und an der Somme. Ein Soldat fiel tief im Süden an der griechischen Grenze, mehr Soldaten in Rumänien und einige im Norden im Baltikum.

Der erste gefallene aus Dorfen war Johann Lipp, der am 15. August 1914 im Elsass gefallen ist und als letzter starb Josef Pfasch noch am 20. Juli 1920 im Lazarett in Fürstenried.

Große Teile der Ausstellung über den 1. Weltkrieg in der Sparkasse werden nun, nach Ende der Ausstellung im Heimatmuseum gezeigt. Dabei wird auch ein Faksimile des Buches zur Einsicht aufgelegt werden.

Titelseite.

Titelseite.

Joseph Pfasch starb als letzter am 17. Juli 1920 im Lazarett zu Fürstenried.

Joseph Pfasch starb als letzter am 17. Juli 1920 im Lazarett zu Fürstenried.

Eugen Weyland war ein hochdekorierter Soldat. Er wurde ausgezeichnet mit den Eisenen Kreuz, dem Militärverdienstorden mit Krone und Schwertern, der Österreichischen Tapferkeitsmedaille, der Medaille für 9jährige Dienstzeit und der Kaiser Wilhelm Medaille.

Eugen Weyland war ein hochdekorierter Soldat. Er wurde ausgezeichnet mit den Eisenen Kreuz, dem Militärverdienstorden mit Krone und Schwertern, der Österreichischen Tapferkeitsmedaille, der Medaille für 9jährige Dienstzeit und der Kaiser Wilhelm Medaille.

Unter den Soldaten aus der Pfarrei scheint auch ein Flieger gewesen zu sein, Andreas Ertl, der am 17. Mai 1918 in Flandern abstürzte.

Unter den Soldaten aus der Pfarrei scheint auch ein Flieger gewesen zu sein, Andreas Ertl, der am 17. Mai 1918 in Flandern abstürzte.

Johann Lipp aus der Gerberei Lipp am Johannisplatz war der erste Gefallene aus der Pfarrei Maria Dorfen

Johann Lipp aus der Gerberei Lipp am Johannisplatz war der erste Gefallene aus der Pfarrei Maria Dorfen

Am Ende des Buches signiert ganz bescheiden Schwester Maria Florentina von den Armen Schulschwestern.

Am Ende des Buches signiert ganz bescheiden Schwester Maria Florentina von den Armen Schulschwestern.

 

 

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Frühjahrsfahrt zu den „Oberen Filialen“ der Pfarrei Dorfen

Bei herrlicher Frühlingssonne machten sich über 50 Interessierte mit Bus, Auto und Radl am 14. April auf zur Besichtigung der „Oberen Filialen“ der Pfarrei Maria Dorfen, die heuer ihr 200-jähriges Bestehen feiern kann. Aus diesem Anlass führte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Lanzinger mit Unterstützung von Pfarrmesner Herbert Moser durch die Gotteshäuser von Frauenvils, Angerskirchen und Kienraching. Den Abschluss der Rundfahrt bildete Jaibing mit dem Besuch der Filialkirche, die der örtliche Kirchenpfleger Franz Sinseder vorstellte, und der Einkehr im Restaurant „Hofgalerie“. Am 3. Oktober wird eine zweite „Jubiläumsfahrt“ folgen, dann zu den „Unteren Filialen“.

 

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Der Vergangenheit auf der Spur.

Nachdem es seit 2008 immer wieder Hinweise darauf gab, dass in der Nähe von Kirchstetten, östlich von Dorfen, eine bajuwarische Hofgrablege nach und nach durch den Pflug zerstört wird, wurden ab 2011 auf Initiative von Andreas Schönek mehrere kleinere Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt.

In der Woche vom 15. bis 19. Oktober 2012 kamen nun diese Arbeiten zum Abschluss. Gefördert durch das Sachgebiet Ehrenamt des Landesamtes für Denkmalpflege bemühten sich neben Facharchäologen auch zahlreiche freiwillige Helfer darum, dort die restlichen Gräber freizulegen. Diese Helfer kamen von Historischen Kreis Dorfen, vom Archäologischen Verein Erding, von der archäologischen Arbeitsgruppe des Museums Erding und interessierten Bürgern von Dorfen.. Auch die Besitzer des Grundstücks, Familie Josef Brandlhuber und die benachbarte Familie Martin und Elisabeth Bauer duldeten und unterstützten die Arbeiten bereitwillig. Ohne die vielen freiwilligen Helfer wären die Arbeiten nicht zu bewältigen gewesen.

Wertvolle Hilfe leistete auch der Bauwagen der Fa. Maier  Bau GmbH aus Kraham, der unter anderem als Grabungsbüro diente, besonders bei schlechter Witterung . Tatsächlich gelang es auch, ein weiteres Grab zu finden. Die Gebeine der bestatteten Person waren schon sehr stark verwittert. Gut erhalten haben sich aber ein Messer, zwei Riemenzungen und ein Sax, ein Kurzschwert wie es die einfachen Krieger in der Zeit der frühen Bajuwaren getragen haben.

Durch die Projektunterstützung des BLfD konnten nicht nur die gefährdeten Gräber geborgen, sondern auch einige Besonderheiten der Fundstelle genauer erforscht werden. Die ungewöhnliche Lage an einem steilen Abhang war im Blickpunkt der Geoarchäologin und Bodenkundlerin Dipl.-Geogr. Britta Kopecky-Hermanns. Sie sollte zusammen mit den Freiwilligen, darunter auch ein Geoarchäologe und eine Geomorphologin, untersuchen, ob und wie stark sich der Steilhanf in den 1300 Jahren seit der Anlage der Gräber wesentlich verändert hat. Hieraus werden sich auch Anhaltspunkte auf die Landschaft zur damaligen Zeit ergeben.

Die Ausgrabungen  in diesem Gebiet sind damit abgeschlossen und haben als Ergebnis die Erkenntnis gebracht, dass sich auch in unserer Gegend die eingewanderten Bajuwaren schon sehr früh niedergelassen haben und begannen, das Land zu besiedeln. Eine genaue Auswertung und Datierung der Funde wird in den nächsten Monaten erfolgen.

 

An der Grabungsstätte wird von den freiwilligen Helfern eifrig gearbeitet.

 

Sorgfältig und fachkundig wird das Kurzschwert eines bajuwarischen Kriegers freigelegt.

 

Wertvolle Hilfe leistete der Bauwagen der Fa. Maier Bau GmbH als Grabungsbüro und Werkzeugdepot.

 

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Paul Dubotzki – Abenteurer, Fotograph hinter Stacheldraht

Am Freitag, den 7. September wird in Dorfen im Sparkassensaal eine Ausstellung eröffnet über das Leben und Werk von Paul Dubotzki aus Dorfen. Dort sind sensationelle Fotos zu sehen, die Paul Dubotzki aus australischen Internierungslagern während des ersten Weltkrieges mit nach Hause brachte. Gezeigt wird auch sein Werk als Fotograf und Maler, mit dem er seine Heimat Dorfen in ihrer früheren Schönheit dokumentierte.

Eröffnet wird die Ausstellung am 7. September 2012 um 20.00 Uhr und ist dann am 8. und 9. September und am 15. und 16. September im Sparkassensaal in Dorfen jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr zu sehen.  

Paul Dubotzki (1891 – 1969)

Paul Dubotzki wurde 1891 in Ingolstadt als Sohn des Oberbahnmeisters Paul Dubotzki und dessen Ehefrau Auguste geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte es das Handwerk eines Fotografen in Passau. Nach Abschluss der Lehrzeit war er in Lengries und Baden-Baden tätig. 1912 oder 1913 reiste er mit einer Südostasienexpedition in die Südsee. Dort wurde er in Deutsch-Neuguinea vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überrascht. Er konnte sich nach Adelaide in Australien absetzen, wurde aber dort als „Feindlicher Ausländer“ festgenommen und in ein Internierungslager gesteckt. Es dauerte einige Zeit, bis seine Eltern, die seit 1916 in Dorfen wohnten, über seinen Aufenthalt Bescheid wussten. In Australien war er in den Lagern Torrens Island, Holsworthy-Liverpool, Trial Bay und wieder Holsworthy-Liverpool interniert. Überall hatte er seine Kamera dabei und machte interessante und gekonnte Fotos von seiner Reise und seinem Aufenthalt in den Lagern. Diese sind nicht nur Fotos von hoher Qualität und künstlerischem Rang, sie sind auch wertvolle Geschichtsdokument über dieses Kapitel deutsch-australischer Geschichte.

Nach einer stürmischen Heimreise, auf der noch 22 Gefangene der Spanischen Grippe zum Opfer fielen, kam er  im Juli 1919 nach Dorfen, wo seine Eltern wohnten. Dort eröffnete er ein Fotogeschäft mit Filiale in Erding. Er heiratete 1921 die Buchdruckereibesitzerstochter Maria März. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Sohn Paul wurde später in Russland vermisst, die Töchter Isolde und Sieglinde erlernten ebenfalls das Fotografenhandwerk. 1931 erwarb er ein Haus am Rathausplatz neben dem Anwesen seiner Schwiegereltern und betrieb nun dort sein Fotogeschäft. Gestorben ist er 1969 in Dorfen und er liegt auf den städtischen Friedhof begraben. Seine Tochter Sieglinde führte das Fotogeschäft weiter.

In Dorfen erwarb es sich große Anerkennung als Schauspieler und Regisseur bei Theateraufführungen, als Entdecker alter Fotos und als meisterlicher Fotograf.

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Ein Dorfener auf der Titanic,

Eine Ausstellung des Historischen Kreises Dorfen in Zusammenarbeit mit der Pfarrei Maria Dorfen

Vor 100 Jahren, genau am 15 April 1912 geschah ein furchtbares Unglück. Das neu gebaute Luxusschiff Titanic, damals das größte Schiff der Welt, kollidierte auf seiner Jungfernfahrt vor Neufundland mit einem Eisberg. Es wurde der Länge nach aufgeschlitzt und sank nach zweieinhalb Stunden, obwohl es als unsinkbar galt. 1500 Passagiere verloren ihr Leben und nur 711 wurden gerettet.

Unter den Opfern befand sich auch der Benediktinerpater Joseph Peruschitz, der aus Dorfen stammte. Pater Peruschitz war Mönch in der Abtei Scheyern und sollte in Minnesota in den USA beim Aufbau eines Benediktiner-Gymnasiums helfen. Augenzeugen berichten, dass sich Pater Peruschitz, zusammen mit zwei anderen Priestern, beim Untergang des Schiffes als wahrer Held erwiesen hatte. Er half Frauen und ‚Kindern in die Rettungsboote und  obwohl man ihm einen Platz in einem Rettungsboot anbot, blieb er bei den Opfern der Katastrophe auf dem sinkenden Schiff, betete mit ihnen, segnete sie und bereitete sie auf den nahenden Tod vor.

Zur Erinnerung an dieses Unglück vor 100 Jahren und den tapferen Sohn Dorfens, präsentierten der Historische Kreis Dorfen  und die Pfarrei Maria Dorfen für den Zeitraum vom 13. April bis 29. April 2012 eine Umfangreiche Ausstellung im kath. Pfarrheim von Dorfen. Geleitet wurde der Aufbau von Dorfens Pfarrmesner Herbert Moser, der viele freiwillige Helfer zum Aufbau motivierte. Hans Wimmer aus Dorfen trug sein umfangreiches Fachwissen und manches Erinnerungsstück dazu bei. Er hatte sich schon seit Jahren mit der Familie und dem Leben von Pater Peruschitz befasst und ebenso mit den Umständen des Untergangs der Titanic und dazu umfangreiches Material gesammelt. Dieses Wissen vermittelte er auch am 15. April in einem Lichtbildervortrag im Pfarrheim einer interessierten Zuhörerschaft. Am 20 April fand am Familiengrab der Familie Peruschitz eine Gedenkfeier statt und im anschließenden feierlichen und anrührenden Gottesdienst gedachten die Gläubigen mit Pfarrer Johann Eschbaumer der Opfer der Schiffskatastrophe und besonders des Paters Peruschitz.

 

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Bericht über die diesjährige Weitwanderung

Dorfen – Von Schwindegg nach Dorfen durch das Untere Goldachtal führte Schorsch Bauer vom Historischen Kreis Dorfen jetzt wiederum eine Münchner Weitwandergruppe zusammen mit zahlreichen Wanderfreunden aus Dorfen. In Schwindegg per Bahn angekommen warf man zunächst einen Blick auf das dortige Wasserschloss, dessen reiche Historie der Vorsitzende des Dorfener Vereins Karl Engelmann im Zeitraffer erläuterte. Die über 30 Excursionsteilnehmer nahmen Kurs auf die ehrwürdigen Kirchen von Reibersdorf und Rottenbuch. Die Gotteshäuser sind nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnet und so kam die Wanderguppe in den Genuss der ansehnlichen Innenarchitektur mit ihren sakralen Kostbarkeiten unter anderen der Rokokoaltäre, der Gewölbe, der  Heiligen-Figuren, Fresken und Schnitzerein, die Karl Engelmann ausführlich erläuterte. Besonders erfreuten sich die Teilnehmer dieser neunten Erlebnis- und Kulturwanderung der reizvollen Fohlen beim Mesnerhof in Rottenbuch, ehe sie sich auf den Weiterweg nach Loh machten. Dort erläuterte Brauereichef Nik Lohmeier die Geschichte der Privatbrauerei (seit 1928) den Produktionsablauf sowie das Konzept seines Betriebes mit sechs Mitarbeitern und verschiedenen Bier- und Limonadensorten. Seit 40 Jahren zeichne er selbst für jeden Sud verantwortlich, verriet Lohmeier. Tochter und Braumeisterin Barbara Lohmeier-Opper führte durch die modernen Lager- und Abfüllanlagen der stattlichen Brauerei, die mttlerweile vom Ausstoß her längst nicht mehr das Schlusslicht vergleichbarer heimischer Brauereinen ist. Natürlich wurde das süffige Bier bei einer stärkenden Einkehr beim „Wirt z`Loh“ verkostet. Über den Höhenrücken bei Rumberg und einem wehmütigen Blick auf das reizvolle Goldachtal, das künftig von der Trasse der A 94 durchquert wird, zog die Wanderguppe weiter zum Hönning. Auf dieser Anhöhe erläuterte Engelmann den längst archäologisch erfassten Stützpunkt und berichtete von den in den letzten Jahren zu Tage geförderten Funden.    Br

Die Ausstellung kann ab sofort an jedem Markttag, also schon ab 10. Juni,  im Heimatmuseum besichtigt werden.

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Heimatgeschichtliche Wanderung des Historischen Kreises Dorfen

geführt von Karl Engelmann

Rund 40 heimat- und geschichtsinterssierte Wanderer machten sich bei herrlichem Frühjahrswetter vom 481 m über NN gelegenen Dorfener Ortsteil Eibach auf, um bei der informativen Rundtour Wissenswertes über die reiche Vergangenheit dieser Gegend zu erfahren. Da gibt es den Hochrain, einen unmittelbar im Norden an den Ort angrenzenden Hang, auf dessen Südseite bis zum 30-jährigen Krieg Wein angebaut wurde. Von dem Flurstück Birkacker 518 m ü.NN. nahe dem Dorf Herrnöd, einer der höchsten Erhebungen der Region, reicht der Blick weit in alle vier Himmelsrichtungen. Hier beim Gittermast der 380 KV Leitung stand einst eine Zwingburg des Grafen von Kling. Dafür spricht schon die geografische Lage mit dem strategisch wichtigen Blickkontakten zu weiteren Burgställen im oberen Vilstal, nach Kopfsburg, Staffing und hinunter in das mittlere und obere Isental.

Ab dem Beginn des Hohen Mittelalters hatten die Wasserburger hier Besitz vom Kloster Ebersberg abgezweigt, wie Engelmann erklärte. Angesichts des Kirchturms von Frauenvils verlas er einen bisher kaum bekannten Text von Pfarrer Gammel, der den Burgcharakter dieses Ortes treffend beschrieb. Weiter führte die Wanderung über Taubenthal und Mannseich nach Süden zur Nikolauskirche von Staffing. Dort sind an der Innenseite des Kirchturm noch die Späh- und Lichtscharten zu erkennen, was unschwer auf den Turm ein einstigen Burganlage schließen lässt.

Letzter Excursionspunkt war das alte Schulhaus in Eibach, das 1882 an der Stelle der ehemaligen Georgskirche errichtet war. Die deutlich sichtbare Motte kündet davon, dass der Vergängerbau eine Burg gewesen sein muss, zu welcher der Zugang im Osten durch einen Turm geschützt war. „Stünde das Gotteshaus noch, besäße Eibach als einziger Ort im ganzen Landkreis eine Chroturmkirche“, betonte Engelmann. In seinen detaillierten Ausführungen verwies er auf weitere Geschlechter und deren verwandtschaftlichen Querverbindungen u.a. auf die Dießen-Andechser, deren Ministeriale die Schäffholtinger waren, auf die Wittelsbacher und deren Vasallen auf der Kopfsburg sowie auf die Seibertinger und die zahlreichen geistlichen Herrschaften, die im Mittelalter ihre Besitzungen im fruchtbaren Bauernland dieser Gegend hatten.

Georg Brennauer

Nahe Herrnöd, nördlich von Eibach, stand einst eine Burg, wie Karl Engelmann den Wanderern erläuterte. Auf dem Flurstück Birckacker bei Herrnöd vermutet Karl Engelmann die Überreste der Burg.

Auf Eibacher Fluren bei Staffing- informierte Karl Engelmann über die reiche Geschichte der Gegend.

 

Dorfen – Dass die Ungarneinfälle bis zur Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 eine große Gefahr darstellen, beweisen die Ringwälle in unserer Gegend, die in mühsamer Arbeit von den Bewohnern erstellt worden sind. Einer findet sich im Burgholz bei Geierseck, einer im Bugholz bei Vocking. Besser hatten es die Grafen in ihren mächtigen Burgen. Die Aribonen wehrten sich auf der Baumburg im Alztal, die Grafen von Sempt in Ebersberg und die Andechser auf der Schönburg bei Dießen am Ammersee. Als die Notzeit vorüber war, konnten sie ihren Einfluss weithin ausdehnen.

Dieses Herrschaftsgefüge geriet jedoch durcheinander, nachdem 1045 die Isengaugrafen ausgestorben waren.. Der Abt von Ebersberg als Erbe der Grafen setzte zunächst Walther von Wasserburg-Kling als Vogt ein.
Dieser brachte jedoch bald viele Klostergüter unter seine Fuchtel, wie Karl Engelmann als 1. Vorsitzender des Historischen Kreises Dorfen bei der jüngsten Exkursion aufzeigte.

 

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Bei den Perlen des Rokoko

Für Sonntag den 2.Oktober lud der Historische Kreis Dorfen zu einer kunsthistorischen Fahrt ein. Man besuchte die drei wunderschönen Kirchen von Hörgersdorf, Eschlbach und Oppolding. Geführt wurde von Franz Streibl und Anlass für diese Fahrt war der 300. Geburtstag des Dorfener Stuckateurs Anton Pader, dem die extravaganten Stuckarbeiten in den drei Kirchen zugeschrieben werden. Karl Engelmann, der 1. Vorsitzende des Historischen Kreises, war überrascht von über 60 Teilnehmern aus dem gesamten Landkreis Erding. Aber es gab auch viel zu sehen in den Kirchen. In allen drei Kirchen war der Dorfener Altarschreiner Mattias Fackler tätig mit prachtvollen Arbeiten, die noch ergänzt wurden von Schnitzarbeiten des bekannten Bildhauers Christian Jorhan. Die Marmorierer  Andreas und Franz Zellner waren ebenfalls in den Kirchen tätig und überraschten besonders in Oppolding die Kunstfreunde durch ihre feinen, in ihre Marmorierungen eingearbeiteten Zeichnungen. Vielfach amüsiert und in Staunen versetzt wurden die Teilnehmer von den Arbeiten des Stuckateurs Anton Pader, der in allen drei Kirchen prachtvollen Stuck geschaffen hatte und mit originellen Einfällen in seinen Arbeiten die Kunstfreunde überraschte. Eine kleine Wanderung durch das Kohlhölzl bei strahlenden Herbstwetter und eine deftige Brotzeit beim Wirt in Hörgersberg sorgten dafür, dass der Nachmittag des Erntedanksonntags zu einem unvergesslichem Erlebnis wurde. Herzlicher Dank gebührt auch den Mesnern und Betreuern der einzelnen Kirchen, welche ihre geschmückten Gotteshäuser gerne den Besuchern aufschlossen.

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Späte Ehre für einen Dorfener in Australien

Späte Ehre für einen Dorfener in Australien

Zur Zeit (7. Mai bis 11. September 2011) findet in Sydney in Australien eine Ausstellung statt, die sich mit den Internierungslagern für Deutsche und Österreicher in Australien zur Zeit des ersten Weltkrieges befasst. Möglich wurde diese Ausstellung nur, weil sich in Dorfen bei den Familien Lipp und Kamper eine große Anzahl von Fotos erhalten haben, die Paul Dubotzki in der Zeit des Ersten Weltkrieges in diesen Lagern gemacht hatte.

Aber wie kam es dazu? Im Nationalpark New South Wales im ehemaligen Gefängnis und Internierungslager fand man einige Fotos von großer Qualität die signiert waren mit dem Namen Paul Dubotzki aus Dorfen. Die deutschstämmige Theaterwissenschaftlerin Nadine Helmi machte sich auf die Suche und kam bald auf Franz Streibl, Mitglied im Historischen Kreis von Dorfen. Der wusste, dass Frau Isolde Lipp und Frau Sieglinde Kamper Töchter von Paul Dubotzki sind. Dort entdeckte er einen Schatz an Bildern aus der Zeit der Gefangenschaft. Diese digitalisierte er mit Hilfe von Norbert Präbst und schickte sie nach Sydney. Dort war man so begeistert über das Material, dass Nadine Helmi das Kuratorium des Museums of Sydney überzeugen konnte, eine Ausstellung zum Thema der Internierungslager in Australien zur Zeit des Ersten Weltkrieges zu machen.

Aber wie kam es zu diesen Fotos aus den Lagern in Australien?

Paul Dubotzki wurde 1891 als Sohn eines Bahnbeamten in Ingolstadt geboren. Die Familie zog aber bald nach Dorfen. Dubotzki erlernte das Handwerk eines Fotografen und begleitete 1913 eine deutsche Expedition nach Südostasien. Stationen waren der Suezkanal, Indien, Indonesien, China und Japan.

Hier fotografierte Dubotzki eine Schleuse am Suezkanal


Dieses Foto mit chinesischen Dschunken entstand in einem Hafen des fernen Ostens.


Als Dubotzki in Deutsch-Neuguinea war, brach der Erste Weltkrieg aus. Die Fotos, die er dort machte, sind wohl die einzigen von diesen Ereignissen in Neuguinea

Kurz vor Kriegsausbruch fotografierte Dubotzki noch diese Urwaldgrazien, die recht skeptisch in seine Kamera schauen

Die wenigen Deutschen in Neuguinea bewaffnen sich, um gegen Briten und Australier zu kämpfen.


Auf unbekannten Wegen gelang es Dubotzki nach Australien zu entkommen. Aber 1915 wurde er dort verhaftet und in das Internierungslager Torrens Island gebracht. Das Lager war auf einer Insel in der Bucht von Adelaide. Dort waren die Bedingungen sehr schlecht. Die Internierten waren in Zelten untergebracht und wurden von Regen, Sturm und Hochwasser geplagt. Noch mehr setzten ihnen die Schikanen der Wachmannschaften zu. Erst als die Lagerleitung wechselte, wurden die Verhältnisse besser und schon bald kamen die Internierten in das große Lager Holswothy bei Liverpool in der Nähe von Sydney. Die Internierten setzten sich aus verschiedenen Gruppen von Deutschen und Österreichern zusammen. Das waren einmal die Besatzungen von Schiffen, die sich in den Gewässern von Ostasien befanden und gefangen wurden. Dazu kamen noch deutsche Kolonialbeamte aus den deutschen Kolonien und deutsche Kaufleute aus dieser Region. Einen großen Teil der Internierten machten die deutschen Auswanderer aus, die sich in Australien niedergelassen hatten. Denen nützte es auch nichts, dass sie eingebürgert waren, sie wurden als „enemy aliens“ von ihren Familien getrennt und in die Lager gesteckt. Es kam zu so absurden Situationen, dass der Vater als Einwanderer in ein Internierungslager gesteckt wurde und die Söhne mussten als geborenen Australier in Europa gegen die Deutschen kämpfen. Das war alles eine Folge der damaligen Politik in Australien, die Angst vor einer zu starken Einwanderung aus Deutschland hatte und Australien rein „britisch“ halten wollte. Dubotzki kam als erste Station in das Lager Torrens Island, einer Insel in der Bucht von Adelaide. Die Verhältnisse dort waren schlecht und das Verhältnis zur Mannschaft der Wachesoldaten schlecht. Es wurde erst besser, als die Lagerleitung ausgewechselt wurde.

Auf die Rückseite dieses Bildes schreibt Dubotzk grimmig: „Dieser Hund wurde meistens angestellt um das Bajonett in die Weichteile der Deutschen zu setzen.“

Das Lager Torrens Island war ein Zeltlager.

Wieder wird ein neuer Gefangener (in Zivil) ins Lager gebracht.


Schon bald ging die Zeit in Torrens Island zu Ende. Alle Internierten in Australien wurden in drei Lager im Bundesstaat New South Wales gebracht. Dubotzki kam nach Holswothy im Busch bei Liverpool in der Nähe von Sydney. Dort waren bis zu 4500 Gefangene, die unter der Öde im Busch, Kälte, Staub und Regengüssen litten. Zu seinem Glück kam Dubotzki gleich weiter in das Lager Trial Bay, einem ehemaligen Gefängnis an der Tasmanischen See nördlich von Sydney. Dort waren nur 500 Gefangene, meist aus besseren Kreisen stammend. Diese gestalteten in den nächsten Jahren ein faszinierendes Lagerleben mit viel Sport, Geselligkeit und Kultur. Es gab mehrere Sportvereine, eine Lageruniversität, eine Seemannsschule, eine Malschule, ein Lagerorchester, ein Lagertheater, Gaststätten, Handwerksbetriebe und eine Lagerzeitung.. Das Lagertheater führte ein große Anzahl von Stücken auf. Darunter waren zeitgenössische Lustspiele genau so wie ernsthafte Stücke früherer Zeiten. Das ganze Lagerleben hat Dubotzki in meisterhaften Fotos festgehalten. Neben diesen beiden Lagern gab es noch ein weiteres Lager im Gefängnis der Stadt Berrima. Dort waren hauptsächlich die Offiziere der deutschen Schiffe untergebracht, die in der Südsee von Australiern oder Engländern gefangen worden waren.

Alles was die Gefangenen in Trial Bay gebastelt hatten, wurde in großen Lagerausstellungen gezeigt. Auf dem Bild sind auch Fotos zu sehen, die Dubotzki aufgenommen hatte.


Auf der Krankenstation behandelte Dr. Max Herz die Gefangenen. Er war vor seiner Internierung ein erfolgreicher und fortschrittlicher Orthopäde in Australien gewesen.


Auf dem Bild bieten zwei Uhrmacher ihre Dienste an.


Diese Kiste mit feinen Intarsien wurde von einem Schreiner in Trial Bay hergestellt. Allerdings dienen zur Verzierung nicht florale oder geometrische Muster sondern Stacheldraht.


Besonders das Theater im Lager war für Dubotzki Anlass, sich dort als Darsteller zu betätigen und die schönsten Szenen mit seiner Kamera festzuhalten. Bewundernswert sind die Kulissen und ganz besonders die Kostüme, die mit unendlich viel Fleiß aber auch großem Können geschaffen wurden. Mit sehr viel Liebe wurden besonders die Männer ausgestattet, die Frauenrollen zu spielen hatten. Hier entstanden liebliche oder verführerische Gestalten, allerdings meist mit harten, männlichen Gesichtszügen. Die Illusion war jedenfalls so gut, dass die „Damen“ sogar „Fanpost“ bekamen. Aber auch die männliche Schönheit kam nicht zu kurz. In Kraftsportvereinen wurde eine Art von „Bodybuilding“ getrieben und deren Ergebnisse von Dubotzki festgehalten. Der Sport kam auch nicht zu kurz und es wurden sogar richtige Turnfeste mit sportlichen Wettbewerben veranstaltet.

Hier spielt das Lagerorchester anlässlich einer Ausstellungseröffnung.


Dieses Bild zeigt einen Blick in das Theatergebäude von Trial Bay, das von den Gefangenen errichtet wurde.

Ein Kavalier (Dr. Max Herz) eingerahmt von zwei Schönheiten.

Ein prächtig kostümiertes Paar aus der Zeit Friedrichs II.



Diese Herrenreiterin mit Reitpeitsche mochte manchem Gefangenen den Kopf verdreht haben.

Dieser „Bodybuilder“ hätte sicherlich den Frauen sehr imponiert, nur waren leider keine im Lager.

Die Gefangenen erhielten für ihre Arbeiten im Lager etwas Lohn ausbezahlt, der das ganze Wirtschaftsleben im Lager im Gang hielt. Zusätzlich konnte man sich noch Geld verdienen, wenn man zu Holzfällarbeiten oder Straßenbauarbeiten in den Busch ging.

Die beeindruckenden Bilder vom Lagerleben mit den vielen Tätigkeiten der Gefangenen und ihrer hohen Kultur dürfen natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass das alles Mittel waren um das trostlose Leben erträglicher zu gestalten. Die Internierten waren aus ihren Familien oder ihren Tätigkeiten herausgerissen und auf nicht absehbare Zeit in ein Lager gesteckt worden. Heimweh, Frustration und Depressionen waren die Folge, was zu Aggressionen oder sogar zu Selbstmorden führte. Besonders wütend waren die Gefangenen in Trial Bay, als 1918 ein Gerücht auftauchte, ein deutscher Hilfskreuzer würde von der Küste lauern und die Gefangenen befreien wollen. Die australische Regierung reagierte panisch und verlegte die Insassen von Trial Bay nach dem großen Lager Holsworthy bei Liverpool Sydney. Alles was sich die Gefangenen aufgebaut hatten, mussten sie verlassen. Wütend darüber zündeten sie ihre Holzbauten am Strand an und hinterließen ein Chaos. Nur die massiven Gebäude des Gefängnisses überstanden ihren Wutausbruch. In einem gesonderten Lager in Holsworthy hielten die Internierten dann aus bis zum Ende des Krieges im November 1918. Aber erst im Laufe des Jahres 1919 begann der Rücktransport in die Heimat. Den hatten sich die Gefangenen auch anders vorgestellt, denn es ging zurück in ein besiegtes und von Revolutionen erschüttertes Deutschland. Doch selbst die Heimreise sollte noch großes Leid bringen. Die Mehrzahl der Gefangenen reiste auf dem alten Dampfer Kursk zurück und schon bald brach auf dem Schiff die gefürchtete „Spanische Grippe“ aus. Über zwanzig Heimkehrer vielen auf der Heimreise der tückischen Krankheit zum Opfer und andere kamen geschwächt und deprimiert in der Heimat an. In Australien durfte fast niemand bleiben, selbst wenn er schon lange dort Staatsbürger gewesen war.

Wütend brannten die Gefangenen alles nieder, was sie sich an Strand von Trial Bay aufgebaut hatten.

Erschüttert stehen die Heimkehrer um den Sarg eines Grippeopfers, der gleich der See übergeben wird. Viele haben zu diesem Anlass ihre Uniformen angezogen.


Begleitend zur Ausstellung haben die Theaterwissenschaftlerin Nadine Helmi und der Professor für Germanistik an der Universität von New South Wales, Gerhard Fische, ein Buch in englischer Sprache herausgegeben, das sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und viele Bilder enthält, die meisten von Paul Dubotzki. Die beiden hatten 2007 erstmals Bilder von Paul Dubotzki in Australien entdeckt und gleich deren hohe Qualität und historische Bedeutung erkannt. Sie kamen in Kontakt mit Franz Streibl aus Dorfen, der bei den Töchtern von Paul Dubotzki eine große Anzahl der Bilder entdeckte und diese nach Australien schickte. Dadurch wurden sie in der Überzeugung bestärkt, dass mit diesem Material eine Ausstellung über die Internierungslager in Australien während des ersten Weltkrieges gestaltet werden könne. Sie konnten die Leitung des Museum of Sydney davon überzeugen und so kam es dann auch zur Ausstellung, die später auch einmal in Deutschland gezeigt werden könnte, falls daran Interesse besteht. Zu bestellen ist das Begleitbuch auch bei der Dorfener Buchhandlung unter ISBN: 9 781 74223 264 5

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