Erinnerungen an den 1. Weltkrieg

Vom 13. September bis 05.Oktober 2014 präsentierte der Historische Kreis Dorfen im Sparkassensaal der Sparkasse Erding Dorfen in Dorfen eine Ausstellung zum Thema 1. Weltkrieg. Bei den Vorbereitungen zu dieser Ausstellung wurden einige interessante Entdeckungen gemacht. Dabei wurde auch ein Totenbuch der Gefallenen Soldaten unserer Pfarrgemeinde wiederentdeckt, das von der Armen Schulschwester Maria Florentina aus dem Schwesternheim Dorfen zusammengestellt wurde. Für jeden gefallenen Soldaten wurde eine Seite kalligraphisch gestaltet und dessen Name, sein Wohnort, seine Einheit, sein Dienstgrad, seine Auszeichnungen, sein Todesdatum und Todesort angegeben.

Das Buch war ursprünglich nur für die Gefallenen Soldaten der „Leib-Regiments-Vereinigung Dorfen und Umgebung“ gedacht, wurde aber auf alle gefallenen Soldaten der Pfarrgemeinde erweitert. Es lag ab 1923 in der damaligen Kriegergedächtniskapelle auf und konnte von jedem Besucher eingesehen werden. Leider wurden dabei aus dem Buch einige Seiten herausgerissen, sodass nicht mehr alle Gefallenen der Pfarrei im 1. Weltkrieg dort aufgeführt sind.

Eine statistische Auswertung der noch vorhandenen Einträge wirft ein interessantes Licht auf die Schicksale der Soldaten aus Dorfen und Umgebung:

Nach dem Inhaltsverzeichnis sind 156 Soldaten aus der Pfarrei gefallen. Im Buch sind noch 134 Soldaten erfasst. Von diesen fielen im Gefecht oder wurden an der Front vermisst 114 Soldaten. Von diesen wiederum kamen 89 Soldaten in Frankreich ums Leben. In der Heimat oder im Lazarett starben 20 Soldaten, davon wieder 10 Soldaten erst nach dem Krieg an ihren Verletzungen, an Erschöpfung oder an der damals grassierenden „Spanischen Grippe“.

In Frankreich gab es drei Schwerpunkte der Gefechte und Verluste, nämlich das Elsass, die Kämpfe um Verdun und an der Somme. Ein Soldat fiel tief im Süden an der griechischen Grenze, mehr Soldaten in Rumänien und einige im Norden im Baltikum.

Der erste gefallene aus Dorfen war Johann Lipp, der am 15. August 1914 im Elsass gefallen ist und als letzter starb Josef Pfasch noch am 20. Juli 1920 im Lazarett in Fürstenried.

Große Teile der Ausstellung über den 1. Weltkrieg in der Sparkasse werden nun, nach Ende der Ausstellung im Heimatmuseum gezeigt. Dabei wird auch ein Faksimile des Buches zur Einsicht aufgelegt werden.

Titelseite.

Titelseite.

Joseph Pfasch starb als letzter am 17. Juli 1920 im Lazarett zu Fürstenried.

Joseph Pfasch starb als letzter am 17. Juli 1920 im Lazarett zu Fürstenried.

Eugen Weyland war ein hochdekorierter Soldat. Er wurde ausgezeichnet mit den Eisenen Kreuz, dem Militärverdienstorden mit Krone und Schwertern, der Österreichischen Tapferkeitsmedaille, der Medaille für 9jährige Dienstzeit und der Kaiser Wilhelm Medaille.

Eugen Weyland war ein hochdekorierter Soldat. Er wurde ausgezeichnet mit den Eisenen Kreuz, dem Militärverdienstorden mit Krone und Schwertern, der Österreichischen Tapferkeitsmedaille, der Medaille für 9jährige Dienstzeit und der Kaiser Wilhelm Medaille.

Unter den Soldaten aus der Pfarrei scheint auch ein Flieger gewesen zu sein, Andreas Ertl, der am 17. Mai 1918 in Flandern abstürzte.

Unter den Soldaten aus der Pfarrei scheint auch ein Flieger gewesen zu sein, Andreas Ertl, der am 17. Mai 1918 in Flandern abstürzte.

Johann Lipp aus der Gerberei Lipp am Johannisplatz war der erste Gefallene aus der Pfarrei Maria Dorfen

Johann Lipp aus der Gerberei Lipp am Johannisplatz war der erste Gefallene aus der Pfarrei Maria Dorfen

Am Ende des Buches signiert ganz bescheiden Schwester Maria Florentina von den Armen Schulschwestern.

Am Ende des Buches signiert ganz bescheiden Schwester Maria Florentina von den Armen Schulschwestern.

 

 

This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

Comments are closed.