Ein neuer Raum im Heimatmuseum von Dorfen

Das Heimatmuseum von Dorfen wurde wieder um einen neuen Raum erweitert. Dort werden Funde aus der Vor- und Frühgeschichte ausgestellt.

Zu sehen sind Funde aus dem Mesolithikum, der Mittelsteinzeit ca. 10 000 v. Chr. Diese stammen vom Höning, einem Höhenzug nördlich der Staatsstraße Dorfen – Schwindkirchen, südlich der Ortschaft Eppenhöning. Dieser Fundort ist der einzige Fundort aus dem Mesolithikum im ganzen Landkreis Erding. Damals ging die Eiszeit zu Ende und das Klima erwärmte sich. An Stelle von eiszeitlichen Großsäugern wurden nun Hirsche, Rehe, Hasen, Vögel und Fische erbeutet und verzehrt. Aufgefundene Spitzen oder Klingenreste bestehen aus den Steinmaterialien Spikulit und Radiolarit, Materialien, die in der nahegelegenen Goldach zu finden sind.

Mit dem Neolithikum, der Jungsteinzeit ab ca. 5500 v. Chr. hielten Ackerbau und Viehzucht bei uns Einkehr. Zu sehen sind aus dieser Zeit Funde, die von Karl Engelmann östlich von Untergebensbach gemacht wurden und der Altheimer Kultur (3900 – 3300 v. Chr.) zugeordnet werden. Darunter sind eine steinzeitliche Sichel, Geschoßspitzen und Keramik. Weitere Funde, etwa ein poliertes Steinbeil, ein Klopfstein oder Bronzezeitliche Keramik harren noch der Präsentation. Zu sehen sind auch Keramikfunde vom Unteren Markt östlich der Marktkirche, also direkt aus dem Ortszentrum Dorfens.

Im gleichen Raum werden auch Funde aus der Römerzeit ausgestellt. Die Römerstraße, die das Mutterland Italien mit dem südbayerischen Legionsstützpunkt Regensburg verband, überquerte im Gebiet von Dorfen das Isental und verlief weiter in Richtung Landshut und
Regensburg.

Auf dem Höning, einer Anhöhe südöstlich von Dorfen, wurden römische Mauersteine, Keramikreste, Schleuder- oder Schussersteine, Hüttenlehm und ein runder Reibstein gefunden. Alles Funde aus der Römerzeit, die in einer Vitrine ausgestellt werden.

Ein weiterer Höhepunkt im Ausstellungsprogramm des Museums sind Funde aus der Merowingerzeit, die bei Kirchstetten in einigen Gräbern als Grabbeigaben gefunden wurden. Diese Waffen (zwei Langsaxe, Messer) und Schmuckgegenstände (Gürtelzungen) sind gut erhalten und stammen womöglich von bewaffneten Kriegern, die den dortigen Isenübergang bewachten. Bei der Bergung der Funde waren auch Mitglieder des historischen Kreises beteiligt. Die Funde wurden fachgerecht restauriert und stellen einen Glanzpunkt unter den Exponaten des Museums dar.

Hönning Landschaft

Auf den Anhöhen südlich des Isentales über der Ortschaft Eppenhöning (rechts) befindet sich der reiche Fundplatz auf dem Höning.

Hönning römische Schleuderkugeln

Waren es Schusser oder Schleuderkugeln? Auf jeden Fall sind das römerzeitliche Funde auf dem Höning.

Römische Keramik

Diese Keramik aus der römischen Kaiserzeit wurde ebenfalls auf dem Höning gefunden.

Ein Langsax war die Standartwaffe der einfachen Krieger, die im Frühmittelalter in Bayern einwanderten und bei Kirchstetten begraben wurden.

Ein Langsax war die Standartwaffe der einfachen Krieger, die im Frühmittelalter in Bayern einwanderten und bei Kirchstetten begraben wurden.

Auch der Scheidenbeschlag und der mit Silber tauschierte Schnallenbeschlag stammen von diesem Fundort (Kirchstetten).

Auch der Scheidenbeschlag und der mit Silber tauschierte Schnallenbeschlag stammen von diesem Fundort (Kirchstetten).

vgl. oben

vgl. oben

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

Mit übersichtlichen Karten informiert Karl Engelmann über die Lage der Fundorte und Altstraßen in unserer Gegend.

 

 

 

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