Der Vergangenheit auf der Spur.

Nachdem es seit 2008 immer wieder Hinweise darauf gab, dass in der Nähe von Kirchstetten, östlich von Dorfen, eine bajuwarische Hofgrablege nach und nach durch den Pflug zerstört wird, wurden ab 2011 auf Initiative von Andreas Schönek mehrere kleinere Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt.

In der Woche vom 15. bis 19. Oktober 2012 kamen nun diese Arbeiten zum Abschluss. Gefördert durch das Sachgebiet Ehrenamt des Landesamtes für Denkmalpflege bemühten sich neben Facharchäologen auch zahlreiche freiwillige Helfer darum, dort die restlichen Gräber freizulegen. Diese Helfer kamen von Historischen Kreis Dorfen, vom Archäologischen Verein Erding, von der archäologischen Arbeitsgruppe des Museums Erding und interessierten Bürgern von Dorfen.. Auch die Besitzer des Grundstücks, Familie Josef Brandlhuber und die benachbarte Familie Martin und Elisabeth Bauer duldeten und unterstützten die Arbeiten bereitwillig. Ohne die vielen freiwilligen Helfer wären die Arbeiten nicht zu bewältigen gewesen.

Wertvolle Hilfe leistete auch der Bauwagen der Fa. Maier  Bau GmbH aus Kraham, der unter anderem als Grabungsbüro diente, besonders bei schlechter Witterung . Tatsächlich gelang es auch, ein weiteres Grab zu finden. Die Gebeine der bestatteten Person waren schon sehr stark verwittert. Gut erhalten haben sich aber ein Messer, zwei Riemenzungen und ein Sax, ein Kurzschwert wie es die einfachen Krieger in der Zeit der frühen Bajuwaren getragen haben.

Durch die Projektunterstützung des BLfD konnten nicht nur die gefährdeten Gräber geborgen, sondern auch einige Besonderheiten der Fundstelle genauer erforscht werden. Die ungewöhnliche Lage an einem steilen Abhang war im Blickpunkt der Geoarchäologin und Bodenkundlerin Dipl.-Geogr. Britta Kopecky-Hermanns. Sie sollte zusammen mit den Freiwilligen, darunter auch ein Geoarchäologe und eine Geomorphologin, untersuchen, ob und wie stark sich der Steilhanf in den 1300 Jahren seit der Anlage der Gräber wesentlich verändert hat. Hieraus werden sich auch Anhaltspunkte auf die Landschaft zur damaligen Zeit ergeben.

Die Ausgrabungen  in diesem Gebiet sind damit abgeschlossen und haben als Ergebnis die Erkenntnis gebracht, dass sich auch in unserer Gegend die eingewanderten Bajuwaren schon sehr früh niedergelassen haben und begannen, das Land zu besiedeln. Eine genaue Auswertung und Datierung der Funde wird in den nächsten Monaten erfolgen.

 

An der Grabungsstätte wird von den freiwilligen Helfern eifrig gearbeitet.

 

Sorgfältig und fachkundig wird das Kurzschwert eines bajuwarischen Kriegers freigelegt.

 

Wertvolle Hilfe leistete der Bauwagen der Fa. Maier Bau GmbH als Grabungsbüro und Werkzeugdepot.

 

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