Ein unbekannter Dorfener Komponist

ein Bericht von Franz Streibl

Es ist schön, dass frühere Dorfener sich gerne an ihre Heimat erinnern und uns benachrichtigen, wenn sie etwas Interessantes über Dorfen erfahren.

So schickte uns Frithjof Flamm aus Haag einen Bericht der dortigen Zeitung über einen Komponisten Joseph Reill, der aus Dorfen stammt. In dem Bericht ist zu lesen:

Joseph Reill geb. 1793, war der Sohn des Dorfener Türmermeisters Franz Joseph Reill im Wesner Tor. Joseph Reill wurde 1818 in Freising zum Priester geweiht, war dann Kooperator in St. Wolfgang und seit 1821 Chorregent in Wasserburg. Ab 1834 war er Pfarrer in Attel. Dort starb er 1865 und ist dort auch begraben. Eine schlichte Grabplatte an der Choraußenwand der Kirche St. Michael in Attel erinnert an ihn.

Scheinbar war Joseph Reill sehr musikalisch. Dafür könnte schon seine Abstammung von einem Türmermeister sprechen, denn dieser musste immer wieder vom Turm, in Dorfen also vom Wesner- oder Kirchtor herab, zu besonderen Anlässen mit seiner Trompete blasen. Im Wasserburg als Chorregent und in Attel als Pfarrer schuf Joseph Reill zahlreiche geistliche Kompositionen. So komponierte er Musik zur Adventszeit, Lieder auf bestimmte Heilige oder Passionsmusik für Ölbergandachten. Im Musikalienbestand der Wasserburger Kirche St. Jakob soll es noch 50 Werke von ihm geben. Leider wird heute keines mehr davon aufgeführt. Nachdem die Stadt Dorfen über ein lebhaftes und vielfältiges Musikleben verfügt, wäre es sicher eine gute Idee, einmal nach den Werken von Reill zu schauen und eines davon wieder aufzuführen.

Beeindruckend ist die Inschrift auf seinem Grabstein in Attel, wenn auch mit keinem Wort an sein musikalisches Schaffen erinnert wird. Dort ist zu lesen: „Hier ruht in Gottes Frieden der Hochwürdige Herr Joseph Reill, Kapitel-Kämmerer, seit 31 Jahren Pfarrer in Attel. Geboren in Dorfen am 21. März 1793, zum Priester geweiht am 23. März 1818, erlag er den Mühen im Weinberg des Herrn nach Empfang aller Trostmittel unserer heiligen Religion am 25. Mai 1865 – R.I.P.”

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