Auf Pilgerwegen im Dorfener Land

ein Bericht von Franz Streibl

Mit dem beginnenden Frühling ist wieder die Zeit gekommen, in der wir uns aus unseren Häusern heraustrauen um die erwachende Natur zu genießen.

Für die Menschen in Dorfen und seiner weiteren Umgebung wäre es sicher interessant, in dieser Zeit einmal alte Pilgerwege zu erkunden. War doch Dorfen in früherer Zeit ein überaus beliebter Wallfahrtsort und sicherlich der Mittelpunkt vieler Pilgerwege. Von einen Pilgerweg kennen wir wenigstens Teile seines Verlaufes. Es ist das der Weg der Pilger von Velden nach Dorfen. Da findet sich nordöstlich von Dorfen, östlich von Kalling zwischen den Ortschaften Ober- und Untergebensbach sowie Sinsöd mitten im Zuckermandlholz ein Kreuz mit dem Hinweis, dass sich der Pilger jetzt auf halben Weg zwischen Velden (an der Vils) und Dorfen befinde. Am Nordrand des gleichen Waldes befand sich eine Tafel mit einem Muttergottesbild, die sogenannte „Seiserfrau“ benannt nach dem Grundbesitzer, dem Seiserbauern. Offensichtlich beteten auch dort, abseits aller Siedlungen die Pilger zu Maria. Gleich daneben ist eine Brücke über den Kallinger Bach, die heute noch Veldener Steg genannt wird. Leider haben sich nur noch im Wald die alten Pilgerwege erhalten. Von dort Richtung Dorfen aber auch Richtung Velden sind die alten Fußwege verschwunden und neuen Straßen gewichen. Es bleibt noch anzumerken, dass die Pilger allen Grund hatten in diesem Wald bei der Mutter Gottes und vor dem Pilgerkreuz um Schutz zu beten, denn der Zuckermandelwald war von alters her ein gefährlicher Wald. Schon der Name deutet darauf hin, dass dort Räuber waren. Auch für umherziehende „Kerbezäuner“ (Korbflechter) war der Wald früher ein beliebter Lagerplatz. Über einen Räuber „Hassifass“ gibt es rund um den Wald einige Schauergeschichten. Tatsache ist, dass in diesem Wald sich im Jahre 1927 ein Mörder Hasivar mit seiner Bande, zu der sogar Frauen gehörten, aufhielt. Als die Gendarmen von Dorfen, Grüntegernbach und Taufkirchen davon Kenntnis erhielten, entschlossen sie sich drei Tage später zu einem Fahndungsunternehmen. Sie konnten aber nur noch das Lager der Räuber finden und den abziehenden Räubern ein paar Schüsse hinterher jagen.

Heute sind die einzigen Räuber in diesem Wald ein paar Füchse, die dort ihre Baue haben, sonst stört niemand eine Wanderung auf den Spuren der alten Pilger von Velden nach Dorfen.

Bleibt noch anzumerken, dass im Bürgerbüro bei der Stadtverwaltung Dorfen in Dorfen am Rathausplatz für wenig Geld hervorragende Wanderkarten zu kaufen sind, mit deren Hilfe sich unsere schöne Umgebung erwandern lässt.

Comments are closed.