Am 5. März vor 75 Jahren

ein Bericht von Franz Streibl

Vor 75 Jahren, zu Beginn des Jahres 1933, wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Das war der 30. Januar 1933. Um seine Macht zu festigen, löste Hitler den Reichstag auf und schrieb für den 5. März 1933 Neuwahlen aus. Ziel dieser Aktion war es, für die Nationalsozialisten im Reichstag eine solide Mehrheit zu erringen. Um es gleich vorwegzunehmen, das gelang ihm nur bedingt, denn seine Partei brachte es nur auf 44 % der Stimmen. Nur mit Hilfe deutschnationaler Abgeordneter gelang es ihm, die Mehrheit für seine Regierung im Reichstag zu erringen. Aber wie wurde damals in Dorfen gewählt?

In Dorfen erreichten die Nationalsozialisten nur 33 % der Stimmen, während es die Bayerische Volkspartei auf 46 % brachte. Noch schlechter scheiden die Nationalsozialisten z. B. in Eibach ab. Da stehen den 126 Stimmen für die Nationalsozialisten 361 Stimmen für die Bayerische Volkspartei gegenüber. Angesichts dieser Zahlen kann man nur seufzen: „Hätten doch alle Deutschen so gewählt wie die Leute in Dorfen oder Eibach, dann wäre Deutschland, ja der ganzen Welt, viel Leid erspart geblieben.“

Bleibt noch anzumerken, dass auch in Bayern die Nationalsozialisten nicht die absolute Mehrheit erreichten, aber mit 42,6 % wurden sie stärkste Partei. Allerdings erreichten Bayerische Volkspartei und Sozialdemokraten gemeinsam genau so viele Prozente. Aber schon bald wurden diese Prozentzahlen unwichtig, denn mit dem Ermächtigungsgesetz und der Gleichschaltung in den Gemeinden und Ländern wurde der Weg in den Untergang beschritten.

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