1933 ging ein altes Stück Dorfener Wallfahrtsgeschichte zu Ende

Diese Ereignisse muss man kennen, um den Beitrags richtig zu verstehen

ein Bericht von Franz Streibl

Zu Zeiten der Blüte der Wallfahrt in Dorfen konnten die Wallfahrer auf dem Kirchenvorplatz vor der Wallfahrtskirche süßen Met, Süßigkeiten und Wallfahrtsdevotionalien erwerben. Dort standen nämlich zwei kleine Laden für die Wallfahrer. Das waren das Krönnerladl und das Zieglerladl. Mit der Zeit und mit dem Rückgang der Wallfahrt wurden diese Ladl nicht mehr benötigt. 1933 war es dann so weit, die Ladl wurden abgebrochen. Dazu die beiden Zeitungsberichte aus der Dorfener Zeitung:

Dorfen, 6 Juli. (Haus zum Abbruch) Die Kirchenverwaltung Dorfen hat das Zieglerladl auf dem Rupprechtsberg käuflich erworben und stellt es zum Abbruch zum Verkauf. Mit dem Abbruch dieses Hauses und des angrenzenden Krönnerladl über welches ebenfalls Kaufverhandlungen schweben, würde ein idealer Kirchenvorplatz geschaffen, der den ganzen Eindruck des Gebäudes verändern könnte.

Dorfen, 21. Sept. (Abbruch) Das Krönnerladl auf dem Ruipprechtsberg geht nun auch den Weg alles Irdischen. Es sah neben der Abbruchstelle des Zieglerladls nicht sehr freundlich aus und wird nun gleichfalls abgebrochen. Man sieht heute schon nicht mehr sehr viel davon. So wird nun vor der Kirche ein Platz geschaffen, der ein ganz neues Bild von dieser Seite bieten wird. Die entsprechende Herrichtung des Aufgangs von der Abbruchseite ist nur eine Frage kurzer Zeit.

Dem Text können wir entnehmen, dass es die Kirchenverwaltung selbst war, die den Abbruch der Ladl betrieb um den Kirchenvorplatz modern zu gestalten. Heute tut es uns leid um diese Erinnerungen an die große Zeit der Dorfener Wallfahrt.

Der Dorfener Maler Hans Arnold (1902 – 1990) hat nach einer altern Vorlage in einem ansprechendem Aquarell die damalige Situation festgehalten.

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