Schloss Wasentegernbach

Veranstaltungshinweis für den Montag 06.09.2010 19:30

Aufstellung einer Informationstafel am ehem. Schloss Wasentegernbach und anschließender Schlossführung mit Franz Streibl

In der Reihe der Präsentationen von Adelssitzen im Stadtgebiet Dorfen stellt der Historische Kreis Dorfen, nach Schloss Kloster Moosen und Kalling, das ehemalige Schloss in Wasentegernbach vor. Es ist das dritte und letzte der Schlossbauten im Stadtgebiet deren Bausubstanz noch weitgehend erhalten ist. Vom vierten Schlossbau in Zeilhofen, das vermutlich 2011 vorgestellt wird, sind nur noch der Standort und die Außenansicht nach einem Wening-Stich bekannt.  Um interessierten Bürgern die Geschichte des Schlosses Wasentegernbach näher zu bringen, wird in Gebäudenähe eine Info-Tafel angebracht. Vorab schon einiges zur Geschichte dieses Adelssitzes (zusammengestellt von Franz Streibl).

Der Ortsname wird abgeleitet von „tegar“ für groß und „wac“ für fließendes Wasser. Zur Unter-scheidung von Grüntegernbach erhielt Wasentegernbach später den Zusatz „wasen“, welcher Grasboden aber auch Moorboden bedeutet.

791 wird erstmals in Freisinger Traditionsurkunden ein Tegarinuuac genannt. Dabei ist ungewiss, ob Wasentegernbach, Grüntegernbach oder ein Kloster Tegernbach, vermutlich bei Kirchstetten, gemeint sind.

824 ist von einem „cenobuim in loco Tegarinuuac“ die Rede. Im 10 Jahrhundert verschwindet dieses Kloster wieder. Entweder wurde es durch die Ungarn zerstört oder sein Besitz wurde für die Finanzierung des Kampfes gegen die Ungarn benötigt.

1104 tauchen erstmals Edle von „Tegerinvach“ auf. Sitz ist Wasentegernbach, das schon damals eine Wasserburg gewesen sein dürfte.

1143 gründen Wolfher von Tegernbach und seine Ehefrau Hemma von Vohburg das Kloster Raitenhaslach.

1170 wird ein Ortolf  Herr in Tegernbach. Er wird als Richter genannt.

1368 wird ein Hans Pocher als Besitzer von Wasentegernbach genannt. Er hat den Besitz vermutlich geerbt und verkaufte an Georg von Fraunberg zu Prunn.

1392 kaufe Erasmus der Laiminger zu Amerang die „Veste“ Tegernbach. Die Laiminger nennen sich Grafen von Tegernbach und bauen das Schloss prächtig aus.

1550 war Achatz von Laiming Besitzer von Tegernbach. Er war in eine Adelsverschwörung gegen Herzog Albrecht verwickelt, wurde verhaftet und musste Abbitte leisten um wieder frei zu kommen. Er wandte sich dem evangelischen Glauben zu.

1582 verkaufte Aham von Laiming Schloss und Hofmark an das fürstliche Stift Berchtesgaden. Er zog an den württenbergischen Hof. Schloss Wasentegernbach gehörte zum Reichsstift Berchtesgaden und wurde Verwaltungszentrum für die Hofmarken Wasentegernbach, Eibach. Haus und Breitenloh, später auch Grüntegernbach. Im Schloss residierten jetzt Pflegsbeamte, von denen einige in Wasentegernbach oder Schwindkirchen begraben sind.

1803 fiel  mit der Säkularisation der Besitz in Wasentegernbach an den bayerischen Staat. Der Besitz wurde zertrümmert und verkauft. Die ehemaligen Ökonomiegebäude sind heute der „Stadlbauer“. Das Schloss wurde umgebaut, die Türme und die Kapelle sind verschwunden.

1811 sind Jakob Köppelmüller und Ehefrau Magdalena, eine geborene Herrndobler, Besitzer des Schlosses. Ihre Tochter heiratete 1813 einen Franz Xaver Mayer, Karnerssohn von Katzbach. Seit dieser Zeit wohnt die Familie Mayer im Schloss.

Wappen der ehemaligen Eigentümer

Tegernbacher

Fraunberger

Fraunberger

Laiminger

Stift Berchtesgaden

Alte Ansicht des Schlosses Wasentegernbach

Erhaltene Bausubstanz des ehem. Wasserschlosses

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